Schalenamöben

A.2.2.2 Heleopera

Breite flache Gehäuse (helos=Moor [griechisch], pera=Tasche),
mit breiten Schlitzmund, zum Pseudostom kaum schmaler werdend.




Heleopera sp. (petricola?) von der breiten und der flachen Seite gesehen.

Heleopera rosea, ca 90 µm hoch.
Weinrote Schale, gelbe Lippe, Mittermoos, Tirol.
Ca.100 µm hohe Heleopera petricola mit vielen Xenosomen auf dem Fundus, encystiert, Mittermoos, Tirol.


Diese 105 µm hohe H. rosea hat den Plasmakörper zusammengezogen (enzystiert) und die Gehäuseöffnung durch ein Operculum verschlossen, um Trockenheit oder eine Kälteperiode zu überstehen. (Hl. Meer Gebiet)
 
H. rosea lebend, zog bei Licht die Pseudopodien zurück.
157 µm, Balksee-Moor in feuchtem Sphagnum palustre.
H. rosea und H. petricola sind sehr ähnlich, vermutlich sind sie Variationen einer Art.
 


Heleopera rosea vor der Trennung. Die gelbe Lippe der Mutter ist schwach erkennbar, das Tochtergehäuse ist noch nicht ausgefärbt.
Diese Aufnahme einer Schärfeebene zeigt beide Plasmakörper. (Hl. Meer Gebiet).

Heleopera sphagni (alias H. picta), links 114, rechts 100 µm hoch,
beide Mittermoos, Tirol. Die Algensymbionten scheinen lebenswichtig (Mehr über die symbiontischen Zoochlorellen im Kapitel „Systematik“).

In der Regel besteht die Schale aus unregelmäßigen transparenten Schuppen. Meine Exemplare jedoch tragen Diatomeenschalen statt der Schuppen. Beim rechten Exemplar verschließt ein Epiphragma die Mundöffnung, anscheinend als Vorbereitung zur Encystierung.
 
Leidy über H. sphagni: „Sie hat die gleiche helle Färbung wie Hyalosphenia Papilio, mir schien sie jedoch weniger anmutige Proportionen und Schönheit zu besitzen.“



Die kleine Heleopera sylvatica,
~ 70 µm

Größenvergleich:

Links: H. sylvatica, 65 µm,
Rechts: H. rosea, 100 µm.


Verwechslung möglich mit der zur Familie Heleoperidae
zählenden seltenen Gattung Awerintzewia.