Schalenamöben

A.2.1.1   Difflugia


Zunächst die zylindrischen, länglichen oder birnen­förmigen Difflugien

der Acuminata, Elegans, Oblonga, Pyriformis-Komplexe
(nach Mazei and Warren, 2012)


a. Der Acuminata-Komplex

(acuminata lat. zugespitzt)

vermutlich Difflugia acuminata [= zugespitzt]
362 µm hoch.
Vermutlich Difflugia curvicaulis, [= mit gebogenem Stiel] 278 µm.
Mit Diatomeen bedeckte,
208 µm hohe Difflugia vermutlich scalpellum.
Difflugia bacillariarum, schiefe Beleuchtung, 90 µm. Balksee-Randmoor.
D. bacillariarum,
Leeres Gehäuse,
95 µm hoch mit Dorn,
(Kitzbühel, Paradieswiese).

b. Der Elegans-Komplex

(elegans lat. elegant, fein)

Difflugia elegans.
Die Art trägt das Baumaterial für die nächste Gehäusegeneration außerhalb der Mundöffnung.
(Kitzbühel, Paradieswiese)
Difflugia sp., (elegans oder varians?), 113 µm mit gegabeltem Stachel.
Die etwa gleich großen Arten D. elegans, D. varians, D. bacillarium und D. leidyi sind manchmal schwer zu unterscheiden.

Difflugia leidyi

Difflugia leidyi ca. 103 µm, (Kollbecksmoor)
unter schiefer Beleuchtung (Kreutz-Filter), so erkennt man besser die fast gläsernen Hörnchen. Die Art ist säureliebend.
Ein weiteres Exemplar, im Durchlicht, im Inneren eine Dauerzyste.
Ebenfalls aus dem Kollbecksmoor.
Die Schalen wirken oft durch angeheftete Fremdkörper sehr bunt.
Blick in die Mundöffnung von D. leidyi.
D. leidyi, durchscheinende, mit Diatomeen bedeckte Gehäuse, enzystiert, mit Baumaterial für die nächste Generation vor der Mundöffnung. Weidmoos.

c. Der Oblonga-Komplex

(oblongus lat. länglich)

Difflugia sp., 155 µm hoch.
(Difflugia cf. lanceolata)
Difflugia cf. oblonga [= länglich]
150 µm hoch
Difflugia cf. oblonga
146µm
vermutlich Difflugia cf. lanceolata (=Spieß),
150 µm hoch.
Difflugia cf. lanceolata
150 µm hoch.

Difflugia lanceolata bedecken ihr Gehäuse mit durchscheinenden Quarzpartikeln, die eine für die Gattung untypische, eher glatte, durchscheinende Oberfläche ergeben.
Durch diese Eigenschaft gewähren sie bei Glück einen Einblick in ihr Innenleben, wie das rechte Exemplar zeigt.
Der Plasmakörper füllt das Gehäuse nicht aus, man erahnt Nahrungs- und kontraktile Vakuolen und Reserve-Bauelemente. Der Kern liegt vermutlich hinter der bräunlichen Nahrungs (oder Fäkal-) -vakuole.
 



Die als Vorletzte gezeigte, sehr aktive D. lanceolata mit großem Pseudopodium.

Difflugia bacillifera, 141 µm hoch, IbmerMoor.
Difflugia bacillifera, 167 µm hoch.



Aus dem Oblonga-Komplex: Teilung, jede Schale 132 µm.

d. Der Pyriformis-Komplex:

(pyrus lat. birne)

Diese mit 313 µm Höhe im Verhältnis riesige Difflugie ist vermutlich D. pyriformis.
Diese D. pyriformis ist mit 370 µm noch größer.
Dieses Exemplar schleppte mehrere Tage lang große Quarze rund um die Mundöffnung mit sich herum,
(243 µm ohne die Quarze).
Baumaterial für die nächste Generation?
Pseudopodien
Alle obigen Exemplare aus einer Wasserprobe aus dem Balksee-Randmoor.
Größen von 235 bis 370 µm



Ebenfalls zum Pyriformis-Komplex gehört die relativ große Difflugia capreolata,
links 260 µm, rechts 245 µm,
Artmerkmal ist der kurze kompakte, oft leicht eingeschnürte Flaschenhals.
(zahlreich im feuchten Sphagnum squarrosum im Balksee-Randmoor).
In der Regel enthalten lebende Exemplare des Pyriformis-Komplexes eine großen Anzahl symbiontischer Zoochlorellen, wie diese 254 µm hohe D. capreolata aus dem Balksee-Randmoor. Die Schalen sind dadurch hellgrün
Das Exemplar untersucht die Deckglasunterseite.
(eine Schärfeebene)

Pseudopodien bei schiefer Beleuchtung.


Mehr über die symbiontischen Zoochlorellen im Kapitel „Systematik“.

Und Penard beobachtete: "Oft findet man [bei D. capreolata] zwei oder drei größere Quarzstücke am Übergang von Körper zum Hals."


Auf der nächsten Seite die ovalen oder kugelförmigen Difflugia-Arten.