Schalenamöben

1.2.3 Plagiopyxidae und Trigonopyxidae

Nahe verwandte Familien mit relativ großen, meist halbkugeligen Gehäusen, die in der Regel in feuchten Moosen leben. Ich fand bisher nur anscheinend unbelebte Schalen.

Wilhelm Jung (1936): "Plagiopyxis (Bullinula)-Arten sehen ganz ähnlich aus [wie stachellose Centropyxis] und bewohnen gleichfalls Lebensräume großer Feuchtigkeitsschwankungen. Der enge Pseudostomspalt ist m. E. eine Schutzeinrichtung vor zu plötzlicher Austrocknung, der im allgemeinen durch Cystenbildung und Verstopfung des Pseudostoms durch einen Detrituspfropf (wie ich es wiederholt bei B. indica beobachten konnte) begegnet wird. Auf diese Weise ist es den ziemlich großen Protisten möglich, solche Standorte zu besiedeln".

Ebenso wie Jung fand ich häufig die folgenden anderen Testaceen in der Gesellschaft von Bullinularia und Trigonopyxis: Assulina-Arten, Heleopera petricola, Nebela militaris.

i. Familie Plagiopyxidae


Bullinularia indica



Schale dunkelbraun, durchscheinend, bedeckt mit Siliziumpartikeln. Mundöffnung ein langer Schlitz, meist in der Form einer liegenden Acht, die Oberlippe, mit kleinen oder größeren Poren. Lebt in eher trockenem Torfmoos, z. B. Sphagnum cf. palustre. Die Art ist aerophil, sphagnophil, tyrphophil, bevorzugt also Hochmoore, und trockenes Torfmoos, kommt aber auch in anderen Lebensbereichen vor.

Exemplare aus dem Ahlenmoor.
(Zeichnung rechts: Längsschnitt).

Meine Messungen: 155 bis 188 µm Durchmesser.

Wilhelm Jung konstatierte 1934 in seiner Monografie, dass „im allgemeinen die Poren größer [sind], wenn sie in geringerer Zahl vorhanden sind“.

Der Schlitzmund hier unter der Oberlippe verborgen.

mit Siliziumpartikeln und anderen Objekten bunt gestaltete Rückenansicht.
Wilhelm Jung erwähnte 1934 die „geradezu erstaunliche Farbenpracht“ einiger Exemplare.
Seitenlage, Blick in die Mundöffnung.


188 µm große Bullinularia indica, Dekomoos aus dem Blumenladen.
Mit vielen kleinen Quarzstücken besetzt, sehr viele kleine unregelmäßig angeordnete Poren.

Plagiopyxis sp.


150 µm.
Schnitt durch ein 54 µm große vermutete Plagiopyxis sp. Man erkennt die äußere und innere Mundöffnung.



ii. Familie Trigonopyxidae:

Trigonopyxis:

Trigonopyxis arcula), 135 µm Durchmesser. Dennenlohe.


Mit Detritus farbenfroh geschmückte Oberseite einer Trigonopyxis.
Penard nannte das ein "Mosaique étrangère d'Arlequin".

Wilhelm Jung (1936):

Diese bekannte kosmopolite Thekamöbe [Trigonopyxis arcula] ist im Hochmoore nur im Existenzminimum vertreten. Im Waldmoos fand ich [sie häufiger].



Cyclopyxis:

Vermutlich Cyclopyxis kahli. 100 µm breit, Mund ca 24 µm;
Balksee-Moor in Sphagnum cf. palustre.

Lateral sides evenly rounded, in large size class sometimes almost parallel making shells barrel shaped, Dorsal side usually slightly flattened and often very uneven by large, protruding assortment of mineral particles.

Cyclopyxis eurystoma, 65 µm breit, Mund 34 µm.
Sphagnum cf. palustre, Balksee-Seemoor.