Schalenamöben

e. Die eher ovalen oder kugelförmigen Arten

(bisher keine Komplexe definiert)


Vermutlich Difflugia lobostoma (=gelappte Öffnung).
 
Die ovale Schale ist 177 µm hoch und mit Quarzkörnern besetzt. Das Plasma wird fast immer durch Zoochlorellen (kleine kugelige einzellige Algen) grün gefärbt, mit denen D. lobostoma in Symbiose leben, und die anscheinend für sie lebensnotwendig sind (E. Penard).
Die ähnliche, aber kleinere Difflugia cf. gramen, ebenfalls mit symbiontischen Algen. (ca 70 µm hoch, Mittermoos, Tirol)

Mehr über die symbiontischen Zoochlorellen im Kapitel „Systematik“.


Difflugia cf. lobostoma (oder gramen ?)
94 µm hoch, mit 23 µm großem Kern (unteres Bildchen).


D. lucida (?)
Difflugia lucida (=klar), 58 µm hoch

Vermutlich Difflugia globulosa, mit Diatomeenschalen bedeckt statt der häufigeren Quarzpartikel, links 133 µm, rechts 112 µm Durchmesser.
Wilhelm Jung wunderte sich 1936, dass bisher D. globulosa als Testaceen-Leitform der Hochmoore nicht aufgefallen war.
Die Bestimmung der Art ist nicht einfach, es gibt ähnlich große und geformte Spezies in anderen Gattungen.

Difflugia lithophila (?) 83µm hoch
70 µm messendes Exemplar
83 µm breit, Mund 45 µm
Diese mit Quarzpartikeln bedeckt.

Difflugia geosphaira, links 65 µm hoch, 59 µm breit, Öffnung 26, rechts 51 µm breit, Öffnung 32 µm.
Regelmäßige Kugel, deutlicher Wulst um die große runde Öffnung.
Fehlt im Umfeld geeignetes Baumaterial, wird die Schale wie hier ohne Xenosomen hergestellt. (beide Exemplare Balksee-Seemoor)

Difflugia cf. brevicolla, 110 µm, Bruchwaldgraben, Seemoor.

Difflugia corona





170 µm hohe (ohne Stachel gemessen) Difflugia corona mit zwei Dornen . Die Regel sind 4-6 Dornen, aber in meiner derzeitigen Probe gibt es nur 2-stachlige Exemplare.
Man könnte sie auch für D. lithoplites halten, jedoch ist die Mundöffnung eindeutig „corona“.
(aus unserem Hausteich)
Hier eine fünfzackige Krone.

Aus Leidys Tafel XVII,

Für Leidy war D. corona die bemerkenswerteste und schönste Difflugie.
Penard:Eine der schönsten und regelmäßigsten Arten der Gattung.



Difflugia urceolata gehören zu den größten Difflugien. Dieses Exemplar von der Kitzbüheler Paradieswiese ist ca 250 µm hoch, ca. 230 µm breit.


Difflugia rubescens

85 µm hoch,
im Plasma zahlreiche ziegelrote Körnchen (oder Tröpfchen ?). (Hl. Meer Gebiet).

Möglicherweise sind Difflugia rubescens und die ähnliche, in der Regel größere Pseudonebela africana Variationen einer Art.
Die rötlichen Körnchen treten manchmal aus der Schale und in die Basis der Pseudopodien.
(Exemplar aus Tirol)


f. Weitere Gattungen der Familie Difflugiidae

Der Pontigulasia-Komplex

Die nahe verwandten Gattungen Pontigulasia, Lagenodifflugia und Zivkovicia sind nur schwer zu unterscheiden. Alle besitzen eine innere Scheidewand. Hauptunterscheidungsmerkmal sind Zahl, Form und Lage von Öffnungen in dieser Scheidewand, die nur bei Sicht in die Schalenöffnung zu erkennen sind.
Diese Scheidewände verhindern, dass sich bdelloide Rädertierchen in der Schale einnisten können.

Bis 1983 waren die Arten in der Gattung Pontigulasia Rhumbler zusammengefasst. (Rhumbler: Pontigulasia = Schlundbrücke). Die Splittung erfolgte durch Medioli & Scott sowie Ogden, unter Beibehaltung der Artnamen.
(Bulletin of the British Museum (Natural History) Zoology series Vol 52 1987)

Die Ähnlichkeit dieser Gattungen mit Lesquereusia ist auffällig, nähere Verwandschaft besteht aber offenbar nicht.
Pontigulasia rhumbleri, 122 µm hoch.


Oben: Durch die Mundöffnung zu erkennen: Der Steg zwischen zwei Öffnungen in der Scheidewand, der das Exemplar als Pontigulasia rhumbleri identifiziert.

Rechts Durch die Schale gesehen die Befestigung der Brücke in der "Halskrause".
Ein weiteres Foto einer Pontigulasia-Brücke, Dorsalansicht,
Mund unten links. Eine Schärfeebene auf die Brücke.
 
Pseudopodien.


Vermutlich kurz nach der Teilung.

Es fanden sich in einer Probe auffällig viele Exemplare
mit einer angehefteten großen Diatomee.


Alle Exemplare stammen aus dem Seemoor und waren bedeckt mit Diatomeenschalen. Sie waren im Schnitt 110 µm hoch und sehr einheitlich in der runden Vasenform mit abgesetztem Hals.

Etwas kleiner (94 µm) und ungleichmäßig gebogen ist diese Pontigulasia elisa aus dem tiroler Recherfilz.

Die Brücke war durch die noch nicht ausgefärbte Schale zu erkennen. Stack aus wenigen Schärfenebenen.

Vermutlich Zivkovicia spec.,
240 µm, Recherfilz, Tirol.