Schalenamöben

2. Euglyphida

… weitere filose Testaceen …

Assulinidae

Assulina seminulum, 83 µm hoch, 70 µm breit. Gehäuse abgeflacht, Mundöffnung schmal oval, Weidmoos.
Im Inneren dieser leeren Schale vermutlich noch für die nächste Generation hergestellte Schuppen.
72 µm hoch.


Assulina muscorum,
ca. 57 µm hoch, Kollbecksmoor.

53 µm. Trockenes Moos, Balksee-Moor.
Der Mund der A. muscorum.
Ein in der Aufsicht eher rundes, 55 µm hohes Exemplar.
(Deko-Moos aus dem Blumenladen)
Enzystierte A. muscorum, 52 µm hoch, Ahlenmoor.
Assulina bevorzugen saure, auch trockenere Lebensräume.

Placocista

Placocista (Placocysta) gehören zu den Assulinidae.
(Griechisch plax = platt, kiste = Kasten)

Placocista spinosa ist stark abgeflacht, hat eine meist breite Mund- und eine gerundete Oberseite. Um den Rand eine Anzahl kräftiger beweglicher Stacheln, oft paarweise, die sie in den Torfmoosblättern verankern. Sie gehören mit 105 bis 145 µm Höhe zu den großen Eyglyphida.

Die Art ist wohl tyrphobiont, also hochmoorspezifisch. Dennoch ist sie auch dort nicht regelmäßig anzutreffen. Jung 1936: Placocista spinosa ist ... "kein wichtiges Glied der eigentlichen Hochmoorfauna, in der sie gelegentlich vorkommt".

Berichten zufolge beherbergt P. spinosa oft, wie viele Hochmoorarten, Algensymbionten. Meine Exemplare waren ohne solche Zoochlorellen.



140 µm hohe (ohne Stacheln) Placocista spinosa aus dem Ahlenmoor.
Enzystierte Placocista schief beleuchtet.
137 µm, ebenfalls Ahlenmoor
Aktives, 137 µm hohes Exemplar - eine Schärfe-Ebene schief beleuchtet.
Das Plasma füllt die Schale nicht aus. Oben der Zellkern mit zentralem Kernkörperchen (Vesikularer Zellkern). Weiter unten rechts eine große kontraktile Vakuole. Pseudopodien kamen nicht zum Vorschein.


Leere Schale schief beleuchtet.

Placocista, dorsal.
Die Schuppenstruktur,
Foto Ferry Siemensma.


Cyphoderia

Cyphoderia ampulla aus dem Kreidesee Hemmoor, 182 µm lang, (beschädigte Schale). Auch hier besteht die Oberfläche aus runden Schuppen, welche durch die Anordnung wabenförmig wirken.

107 µm, Hausteich.
110 µm, Strawiesen, Redltal, Österreich.
Cyphoderia ampulla mit Pseudopodien, 114 µm.
C. ampulla aus dem Hausteich, 105 µm.

Tracheleuglypha sp.
48 µm hoch.

  
Schalenform einer ca. 40 µm langen Trinema cf. enchelys, Ahlenmoor.
72 µm große Trinema lineare (?).
Man erkennt Reserveplättchen und rechts den unterständigen eingestülpten Mund.
42 µm große Trinema sp. vor der Mundöffnung einer Arcella dentata.
74 µm hohe Trinema sp. bei schiefer Beleuchtung.

Sphenoderia cf. lenta, 51 µm mit Hals, Recherfilz, Tirol.
Sphenoderia sp., 50 µm,
Balksee Moor.

Lecythium hyalinum, ca. 30 µm.
(Schiefe Beleuchtung nach Kreutz)
Das blasenartige Gebilde vor der röhrenförmigen Mundöffnung ist offenbar ein Schutzmechanismus. Sehr großer Kern im oberen rechten Viertel. Bei der Teilung spaltet sich die Schale längs, beide Schalenhälften werden vervollständigt.


Euglypha sp. mit ausgefahrenen Scheinfüßchen.

Teilung Euglypha sp.


und Pareuglypha reticulata



Diaphoropodon

Diaphoropodon cf. mobile, die größere ca 150 µm.
Foto geschärft, um die Pseudopodien und die Stäbchen einigermaßen sichtbar zu machen.
Häufig, aber leicht zu übersehen.

Mit einem Durchlichtmikroskop ohne Kontrasttechniken sind die durchsichtigen Stachel und Pseudopodien nicht gut abzubilden. Unten links mein Versuch, die Pseudopodien im Negativbild zu zeigen, rechts die Stacheln.



68 µm, Weidmoos.

Eugène Penards Zeichnung von 1902.

Ebenfalls in diese Verwandtschaft gehören vermutlich die Pseudodifflugien:
Vermutlich Pseudodifflugia virescens, 44 µm hoch, aus dem Balksee-Moor.

Frenzelina reniformis. Meine Messung 35 µm Durchmesser.
Schiefe Beleuchtung, Stack aus 2 Ebenen. Strawiesen, Redlbach, Tirol.
Frenzelina aus dem Ibmer Moor, 30 µm..
Teilung einer vermutlichen Frenzelina aus dem Ibmer Moor, jede Zelle ca. 30 µm.

Granofilosea (feine Filopodien mit auffälligen Körnchen).

Microgromiidae

Vermutlich Apogromia sp.,
19 µm.

Microgromia cf. longisaepimen, 18 µm, Hausteich.
Deutlich zu sehen die Trennwand (Septum) im Schalenhals, welche den direkten Zugang zum Schaleninneren versperrt.
Oben in der Schale vermutlich der große Zellkern, der helle Fleck rechts unten vor der Trennwand ist vermutlich die kontraktile Vakuole. Die Bedeutung des Schalenfortsatzes links im Bild kenne ich noch nicht.

Clathrulinidae

Clathrulina elegans, der Kugelkäfig, 42 µm. Ahlenmoor, Torfmoosfeld,
Schief beleuchtet.
Zwei Zysten.